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Spb Software House ist mittlerweile ein Unternehmen, das aus der Windows Mobile-Welt nicht mehr wegzudenken
ist. Es gibt wohl kaum einen Pocket PC oder ein Smartphone, auf dem nicht eines der diversen Tools installiert
ist oder war, und der Grundstein für diese Tatsache war und ist Pocket Plus. In 2002 war man angetreten, um
das (schon lange fast als Running Gag zu bezeichnende) "Problem des ´X´" anzugehen. Ein Windows
Mobile-Gerät schließt im Gegensatz zu einem PC Fenster nicht, wenn man auf das ´X´ oben
rechts klickt, sondern es bringt sie nur in den Hintergrund, was zwar positiv für die Performance ist, wenn
man sie wieder verwenden will, natürlich aber alles andere als speicheroptimal.
 
Durch den Zugang zu Systemfunktionen konnte man mit der ersten Pocket Plus-Version einen Dialog schaffen, mit
dem der Benutzer zwischen einem echten Schließen und einem Minimieren von Anwendungen entscheiden konnte.
Nichts lag dann näher, als damit noch einen Taskmanager zu verbinden, und so wuchsen Stück für Stück
weitere Funktionen hinzu. Spb sieht Pocket Plus nicht als eigenständiges Programm, sondern als "Servicepack",
als Ergänzung von Windows Mobile um fehlende oder nicht optimal implementierte Funktionen. Mit der Version
4.0 ist nun eine neue Version veröffentlicht worden, die viele Neuerungen bietet:

Großer Wert wurde auf die Optimierung des Speicherbedarfs gelegt: Nichts ist unterwegs wertvoller als
Speicher, auch wenn die Hauptspeicher-Größen mittlerweile deutlich zugenommen haben und bei den neueren
Windows Mobile 6-Geräten verdoppelt wurden (von 64MB RAM und 128MB ROM auf 128/256MB): Je weniger Speicher
belegt wird, desto performanter ist ein Gerät. Im Vergleich zur Vorgängerversion konnte hier ein gutes
Drittel Speicher während der Laufzeit eingespart werden. Und da auch der Speicher, den die Installation des
Programms im ROM benötigt, kostbar ist, kann bei der Installation genau ausgewählt werden, welche Funktionen
installiert werden sollen und so unnötiger Ballast vermieden werden. Neben den bereits bekannten Features
(siehe mein Test der Version 3) sind viele weitere Dinge hinzugekommen.
 
Das Heute-Plugin ist noch weiter konfigurierbar, so können beispielsweise eigene Label vergeben werden,
um Verknüpfungen mit ähnlichen oder gleichen Symbolen zu unterscheiden. Ein Beispiel: Sie nutzen sowohl
eine Excel-Tabelle mit Ihren Einkaufspreisen als auch eine mit dem Rabattstaffeln für Ihre Kunden so oft,
dass es Sinn macht, sie auf der Heute-Seite verfügbar zu haben. Dummerweise ist das Symbol für beide
Dateien immer das Excel-X, und damit ist die Unterscheidung nicht ganz so einfach. Pocket Plus 4.0 ermöglicht
es, zu einzelnen Symbolen Label einzublenden (diese sind im Standard immer die Namen der Funktion) und diese Auf
Wunsch auch noch zu ändern. "Beschildern" Sie im Beispiel also die eine Tabelle mit "EK",
die andere mit "Rabatt", und schon können beide Dateien schnell, komfortabel und sicher verwendet
werden.
Neben den schon in den Vorgängerversionen vorhandenen Reitern zur Unterbringung thematisch zusammengehöriger
Verknüpfungen und der Möglichkeit, Spb-eigene Applikationen auf dem Heute-Bildschirm in die Reiter Pocket
Plus zu integrieren können jetzt weitere Programme integriert werden.

Das Problem ist immanent: man möchte möglichst viel an Information auf dem Heute-Bildschirm haben,
benötigt das eine oder andere aber nicht immer. So bei mir beispielsweise Windows Live: Wenn ich online sein
will, dann will ich auch meinen Online-Status und die Zahl der Kontakte sehen.... sonst aber brauche ich sie eher
nicht. Einmal angewählt nimmt das Plugin aber immer Platz weg, und schnell kommt man in die Situation, dass
man auch auf dem Heute-Bildschirm rollen muss und die dazu nötige Leiste wiederum Platz wegnimmt. Viel eleganter
ist es, wenn sich möglichst viele Anwendungen in Pocket Plus selbst integrieren lassen und so mit einem einzigen
Klick erreichbar sind, aber eben nur den Platz eines einzigen Plugins wegnehmen. Die Version 4.0 nimmt sich eine
Vielzahl der Standardplugins (Windows Live, Live Search, Messaging, Gerätesperre, etc.) und lässt diese
als eigenen Reiter in Pocket Plus erscheinen. Um den gegebenenfalls trotzdem noch auftretenden Scroll-Effekt zu
minimieren, kann Pocket Plus so konfiguriert werden, dass es immer sichtbar bleibt, damit die wichtigsten Informationen
immer zugreifbar sind. Auch für den Pocket Internet Explorer sind einiger Verbesserungen zu begrüßen:
Wer "ernsthaft" im Internet surft, der wird sich selten mit einem einzelnen Fenster begnügen: Schnell
schaut man noch einmal hier nach, dort könnte man auch noch Informationen finden, will dann aber parallel
auf mehreren aufgerufenen Seiten schauen. Kein Problem auf dem PC, entweder hat man parallel mehrere Seiten offen
(IE6) oder in einem Browserfenster mehrere Tabreiter (IE7, Firefox). Ersteres unterstützte schon die Vorgängerversion
von Pocket Plus, allerdings noch etwas unkomfortabler, indem man über das Menü zwischen den Fenstern
wechseln musste. State of the Art ist das so genannte "Tabbed Browsing", wie es die aktuellen Browser
machen, also die Verwendung unterschiedlicher Seiten auf einzelnen Tabellenreitern, durch die einfach per Klick
gewechselt werden kann.
 
Diese Funktion fügt Pocket Plus in der neuen Version direkt in den Pocket Internet Explorer ein. Nun sollte
man sich einer Tatsache bewusst sein: Wer nur wegen dieser Funktion Pocket Plus einsetzen will, der ist sicherlich
mit dem Opera-Browser besser bedient. Dieser ist deutlich näher am Standard und somit für Webseiten,
die ActiveX, etc. nutzen besser geeignet, und er bietet eben auch Tabbed Browsing.
Auch für den Internet Explorer, aber auch für viele weitere Anwendungen ist das "Smart Scrolling":
Alle reden vom iPhone, und wenn man einmal genauer hinterfragt, dann ist es neben dem Design-Effekt vor allem die
Fingerbedienbarkeit, die der Grund dafür ist. HTC hat bereits mit dem HTC Touch den ersten Ansatz gemacht,
dies auch auf Windows Mobile-Geräten umzusetzen, allerdings eben nicht flächendeckend. Spb Pocket Plus
erlaubt es, unsichtbar im Hintergrund laufend, mit dem Finger ein Fenster sowohl horizontal als auch vertikal zu
verschieben und so einhändig beispielsweise Webseiten ganz anzuschauen, komplexere Dokumente zu lesen, etc.
Unabhängig davon sind das Anklicken von Elementen bzw. das "Gedrückthalten" einer Position
auf dem Bildschirm zum Öffnen des Kontextmenüs, diese Standardfunktionalitäten funktionieren ganz
normal weiter. Zu guter Letzt erwähnenswert: die Erweiterungen des Datei-Explorers. Auch hier hat der PC-Windows-Benutzer
sich lange damit abgefunden, dass er bei der mobilen Version auf einem Windows Mobile-Gerät Abstriche machen
muss: Beispielsweise zum Formatieren einer Speicherkarte muss man auf Zusatztools zurückgreifen, will man
die Eigenschaften von Dateien ändern (Schreibschutz, Verstecken), dann sucht man ebenfalls vergebens, etc.
Auch hier ist Pocket Plus das ersehnte "Service Pack" für Windows Mobile: Die Dateieigenschaften
können direkt in einem Kontextmenü verändert werden, Dateien können verschlüsselt werden,
Speicherkarten formatiert, und sogar die Größe von Verzeichnissen angezeigt werden.
 
Ebenfalls erwähnenswert: Die Funktionalität, zusätzliche Tasten hinzuzufügen: Am schnellsten
bedient man ein Windows Mobile-Gerät, wenn man die Hardwaretasten mit den am häufigsten aufgerufenen
Programmen belegt. Leider reichen die Hardwaretasten nie aus, um alle Applikationen dort unterzubringen, und so
kann man mit Pocket Plus auch weitere Tasten hinzufügen, die ggf. nicht im Standard angeboten werden. Ebenso
kann zwischen dem Drücken einer Taste und dem langen Drücken unterschieden werden und unterschirdliche
Programme zugewiesen werden.
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